Grönebachzoom

Die Glocken der Pfarrkirche St. Lambertus

Erst seit dem 03.09.1972 (Datum der Glockenweihe) hat Grönebach ein Vierergeläut. Bis dato waren es meistens 3 Glocken. Im Visitationsbericht von 1716 ist zwar von 4 Glocken die Rede, vermutlich ist die vierte aber die Wandlungsglocke.

Die zwei ältesten Glocken sind historisch wertvolle Denkmalglocken – rund 360 und 300  Jahre alt!

 
Lambertus-Glockezoom

Lambertus-Glocke

Ø 71 cm               ca. 200 kg            Schlagton D´´             gegossen 1712

Aufschrift:
SANCTVS LAMBERTVS PATRONUS ANNO 171Z FVSA SUB RDO DNO J CASPARO WELLER PASTORE

(Der hl. Lambertus ist der Patron. Im Jahre 1712 gegossen unter dem hochwürdigen Herrn Pastor J. Caspar Weller)

Weil sie die kleinste Glocke und ebenfalls von historischem Wert war, wurde sie 1942 nicht mit abtransportiert. Sie verblieb als einzige im Turm. Ihr blieb allerdings die traurige Aufgabe, die Kriegsgefallenen des Dorfes zu verkünden.
Sie war bis 1972 die Angelus-Glocke („Abendglocke“)

 

Dreifaltigkeits-Glocke

Ø 85 cm               ca. 400 kg            Schlagton B´          gegossen 1650

Aufschrift:

IN NOMI(N)E SANCTISSIMAE TRINITATIS BEATISSIMAE VIRGINIS MARIAE SANCTI LAMBERTI MARTYRIS HVIVS ECCLESIAE PATRONI ANNO 1650 8 JUNY HAEC CAMPANA REFVS(A)

(Im Namen der heiligsten Dreifaltigkeit, der seligsten Jungfrau Maria, des heiligen Märtyrers Lambertus, des Patrons dieser Kirche. Im Jahre 1650, 8. Juni, wurde diese Glocke neugegossen)

Die älteste Glocke ist laut Aufschrift eine neu-gegossene (refuse) Glocke. Sie muß also in anderer Form schon vor 1650 vorhanden gewesen sein.

Sie brauchte aufgrund ihres hohen Alters im 1. Weltkrieg nicht abgegeben werden.

1942 wurde sie jedoch mit der Antonius-Glocke für Kriegszwecke beschlagnahmt. Im Gegensatz zur Antoniusglocke, die sofort eingeschmolzen wurde, blieb dieser Denkmal-Glocke das gleiche Schicksal erspart. Sie konnte am 20.08.1947 auf Betreiben Pfarrer Epes nach Grönebach zurückgeholt werden. Sie "arbeitet" somit, bis auf die 5 Jahre ihrer Abwesenheit, seit 360 Jahre für uns.

 
 
Dreifaltigkeit
 

 
 
Antonius-Glockezoom

Antonius-Glocke

Ø 76 cm               ca. 300 kg            Schlagton C´´      gegossen 1972

Aufschrift:

VOCO FIDELES GRÖNEBACH 1972 (Ich rufe die Gläubigen. Grönebach 1972)

Sie schlägt die ¼-Stunden und den Angelus.


Vorgänger an ihrer Stelle:

bis 1875               Lambertus-Glocke; sie war mit 12 Zentnern die größte des Dreiergeläutes neben den beiden noch existierenden Denkmalglocken (Dreifaltigkeits- und Lambertusglocke); sie zersprang beim Abschiedsläuten für Pfr. Caspar Schmitz, als er im Kulturkampf in die Verbannung geschickt wurde.

1875 – 1917        Große-Lambertus-Glocke (Gießerei Humpert / Brilon; Gewicht 975 Pfd.; hergestellt aus dem Material ihrer Vorgängerin, Kosten 2240 Mark), 1917 musste sie für Kriegszwecke abgegeben werden und wurde vermutlich sofort eingeschmolzen.
Ihre Aufschrift ist in Deutsch überliefert:
Der Bischof von Paderborn, Dr. Martin liegt im Gefängnis, Pfr. Schmitz ist aus der Pfarrei Gröneabch vertrieben. Ich tröste im Leben, beweine, was verstorben, ich vertreibe, was schädlich ist. Mit den Trauernden trauere ich, den Pfarrkindern verkünde ich die Feste. Heinrich Humpert aus Brilon hat mich gegossen. In honorem Sancti Lamberti, anno salutis 1875.

1925 – 1942        Antonius-Glocke (686 kg; Kosten 2326,50 Mark);
Ihre Aufschrift lautete:
Pio P. XI. Casparo Klein Episcopo, W. Schlechter Parocho, fusa sum 1925 In honorem Sti Antonii, Conpatroni Parochiae Grönebach. Pacem peto, Res adversas amoveo. (Um Frieden flehe ich, Glück will ich herbeiführen)
1942 wurde sie für Kriegszwecke vom Turm geholt und musste abgegeben werden. Sie wurde sofort eingeschmolzen.

1948 – 1972        Antonius-Glocke (700 kg; O 105 cm); sie ist aus einer minderwertigen Notlegierung hergestellt (aus zinnfreier Bronze „Euphon“)

1972 wird die Euphon-Glocke in Zahlung gegeben und 2 neue Glocken werden angeschafft, die „Marien-Glocke“ und die neue „Antonius-Glocke“. Beide dienen der Gemeinde als Zeitansage, als Angelus und als Totengeläut. Beide tragen den Stempelaufdruck der Gießerei Gebr. Edelbrock, Gescher)
 

 

Marien-Glocke

Ø 103 cm             ca. 700 kg            Schlagton G´     gegossen 1972

Aufschrift:

SANCTA MARIA ORA PRO NOBIS GRÖNEBACH 1972 (Hl. Maria bitte für uns. Grönebach 1972)

Sie schlägt die vollen Stunden und als „Totenglocke“ jedem Grönebacher die letzte Stunde.

Marien-Glockezoom

Recherche und Zusammenstellung: Pfarrer Friedrich Appelhans, Panken; Franz-Josef Peters, Singes

 
Grönebach Wappen